RIP – Siegfried Popp

Ihr Lieben,
schon wieder gilt es, eine traurige Nachricht vom Tod eines unserer sehr verbundenen Gemeindeglieder mitzuteilen. Am 12.Januar 2026 wurde das Pfarramt darüber informiert, dass Siegfried Popp im Alter von 80 Jahren den Folgen seiner Krebserkrankung erlegen ist.
Früh griff er das missionarische Anliegen der Witwe von Pfarrer Falkenstein, Luise Falkenstein, auf, Licht in die Welt zu bringen. In den 1990er-Jahren entwickelte er als Lehrer an der Berufsschule gemeinsam mit seinen Schülern im projektorientierten Unterricht eine praktische Idee, wie man der Not in der Welt – besonders in Entwicklungsländern – positiv begegnen könnte. Zusammen konstruierten sie wiederaufladbare Solarlampen und Solarkocher. Aus diesem Engagement heraus wurde im Jahr 2003 aufgrund des großen Erfolges der Verein „solarprojekt-freilassing e.V.“ gegründet, den er mit außerordentlich hohem persönlichem Einsatz aufbaute.
Auf seine Initiative hin schloss sich die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde bereits 1996 der Partnerschaft zwischen dem Dekanat Traunstein und Mpwapwa in Tansania (PAMITA) an. Als Partnerschaftsbeauftragter entwickelte und vertiefte Siegfried Popp diese afrikanische Freundschaft über viele Jahre hinweg nachhaltig und unermüdlich – etwa durch den spendenfinanzierten Aufbau von drei Werkstätten, eines Schulungsgebäudes, zweier Gästehäuser sowie durch unzählige von ihm initiierte Containerlieferungen mit Werkmaterial und wichtigen Hilfsmitteln.
Die von ihm mitentwickelte und stetig verbesserte Solarmodullampe mit Weltempfänger hat in Regionen ohne Strom weltweit viel Gutes bewirkt. Zunächst in Tansania und Bolivien im Einsatz, wird sie heute in mehr als 40 Ländern genutzt und fand zahlreiche Nachahmer.
Viele ältere Gemeindemitglieder erinnern sich dankbar an die sieben großen Afrikafeste, die aufgrund seiner Initiative in Freilassing gefeiert wurden. Durch den von ihm ins Leben gerufenen Schülerstipendienfonds konnten bis heute zahlreiche Kinder und junge Menschen in Ausbildung und Studium unterstützt werden und erfolgreiche Abschlüsse erzielen.
Auch im Bund Naturschutz engagierte er sich über Jahrzehnte hinweg für den Klimaschutz und für die Ziele des Naturschutzes.
Die Stadt Freilassing ehrte ihn bereits 2004 in Anerkennung seiner Verdienste mit der Bürgermedaille. Selbst der damalige Bundespräsident Joachim Gauck wurde auf ihn aufmerksam und lud Siegfried Popp zu einer Ehrung nach Berlin ein.
Dem Diakonieverein Freilassing und der Tafelarbeit blieb er bis zuletzt eng verbunden. Der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde fühlte er sich – ebenso wie seine bereits verstorbene Frau Margitta – tief zugehörig. Der sonntägliche Gottesdienstbesuch war für ihn selbstverständlich.
Sein religiöses Motto war das Wort aus Matthäus 25,40:
„Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern und Schwestern, das habt ihr mir getan.“
Im Vertrauen darauf lebte er auch den Zuspruch:
„Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verlässt er nicht.“
In Dankbarkeit für alles, was er getan und angestoßen hat, nehmen wir Abschied.
Pfr. Ewald Seißler
 
Fotos: Siegfried Popp. Die Bilder entstanden bei einem Besuch in Tansania im November 2012

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